Der Auslöser
Lieferkettenbezogene Regelwerke wie das Lieferkettensorgfaltspflichtengesetz, die EUDR oder weitere ESG-Anforderungen verlangen zunehmend präventive und korrektive Maßnahmen gegenüber Lieferanten und Vorlieferanten.
Im Fokus steht dabei nicht allein das Verhalten des Lieferanten, sondern die Frage, ob das Unternehmen geeignete Überwachungs- und Kontrollmechanismen aufgebaut hat.
Die Betroffenheit
Besonders relevant ist das Thema für Unternehmen mit komplexen Beschaffungs- und Lieferkettenstrukturen.
Einkauf, ESG, Compliance und Recht müssen zunehmend zusammenarbeiten, um Lieferanten zu klassifizieren, Risiken zu bewerten und geeignete Prüf- und Schulungsmaßnahmen zu etablieren.
Die reine Einholung allgemeiner Verhaltenskodizes genügt häufig nicht mehr, um den Nachweis angemessener Sorgfalt überzeugend zu führen.
Der minimale Erfüllungsgrad
Eine belastbare Lieferantenorganisation benötigt verbindliche Prüf- und Kontrollmechanismen.
- Vertraglich verankerte Audit- und Informationsrechte.
- Risikoorientierte Bewertung von Warengruppen, Lieferanten und Regionen.
- Schulungs- und Kettenschulungsprogramme zur Verbesserung der Datenqualität innerhalb der Lieferkette.
- Standardisierte Maßnahmenpläne und Eskalationsprozesse bei festgestellten Abweichungen.
Warum Schulung und Auditierung zusammengehören
Audits identifizieren Schwachstellen. Schulungen sorgen dafür, dass diese Schwachstellen künftig vermieden oder frühzeitig erkannt werden.
Beide Instrumente ergänzen sich und bilden gemeinsam die Grundlage einer langfristig belastbaren Lieferantenentwicklung.
Operative Konsequenzen
Unternehmen benötigen klare Zuständigkeiten, dokumentierte Prozesse, nachvollziehbare Eskalationswege und belastbare Lieferantendaten.
Nur so lassen sich regulatorische Anforderungen dauerhaft beherrschbar halten und gleichzeitig wirtschaftliche Risiken reduzieren.